Ruhiger Ablauf
Ein Tisch, Pausen, kein Fließband. Das Tier bestimmt das Tempo, nicht die nächste Buchung.
Elisa Marquardt ist 2001 mit einem gebrauchten Tisch, zwei Scheren und einem Hund namens Nils in die Stallschreiberstraße gezogen. Der Laden war vorher ein kleiner Schneider, die Wände noch voller Kreide. Sie wollte keinen Salon, in dem Tiere in Reihen stehen und jemand mit der Stoppuhr im Nacken arbeitet. Der Name Curfeni kam aus einem Spitznamen in der Familie, nicht aus einer Agentur. Daraus ist über die Jahre die Curfeni Grooming GmbH geworden, eingetragen unter HRB 392615, mit Elisa als Geschäftsführerin. Die GmbH haben wir gewählt, weil das Team gewachsen ist und Verträge, Miete und Material sauber getrennt laufen sollten.
Die ersten Winter waren eng. Ein Tisch, eine Wanne, Termine, die sich in den Abend schoben, weil niemand Nein sagen wollte. 2017 kam der zweite Tisch, 2020 haben wir das hintere Zimmer für Katzen abgetrennt, 2023 die Trocknung leiser gemacht. In 2026 stehen sieben Leute in festen Schichten. Manche Gäste kennen uns seit dem Welpenalter ihrer Hunde. Andere kommen nach einem Umzug nach Berlin-Mitte und merken, dass der Kiez laut ist, der Salon aber nicht mithalten muss. Genau das ist die Geschichte, die wir erzählen wollen: kein Märchen, sondern zwölf Jahre Handwerk in derselben Straße.
Wir pflegen Hunde und Katzen, keine Showhunde auf Vorrat. Wenn ein Schnitt fürs Wochenende in Brandenburg sitzen soll, machen wir das. Wenn ein Senior nur noch Krallen und sanitär braucht, machen wir auch das, ohne ihn in ein Komplettpaket zu drängen. Die Fotos rechts zeigen uns im Alltag, nicht in einer Kampagne. Links das Team, rechts der Raum, in dem die meisten Hunde stehen. Du siehst Holz, Senf an den Wänden, rote Akzente, Werkzeug in Reichweite. Wer uns besucht, soll vorher ungefähr wissen, wohin er den Träger stellt.
Ziele klingen schnell nach Strategiepapier. Bei uns sind es vier Sätze, an denen wir Termine ausrichten. Wir wollen Tiere nicht schneller fertigkriegen, sondern so fertig, dass der nächste Besuch nicht mit Misstrauen anfängt. Wir wollen Preise, die du verstehen kannst, ohne Fußnoten. Wir wollen ein Team, das bleibt, statt alle drei Monate zu wechseln. Und wir wollen im Kiez sichtbar bleiben, ohne die Straße zuzuparken oder nachts den Föhn laufen zu lassen. Die Stäbe darunter sind bewusst schlicht. Jeder steht für eine Richtung, nicht für eine Quote.
Das erste Ziel betrifft den Ablauf. Ein Gast, eine Person, ein Tisch. Pausen sind eingeplant, Wasser steht bereit, der Föhn geht nicht auf Maximum, nur weil die Uhr tickt. Das zweite Ziel betrifft Geld. Du hörst vor der Arbeit, welcher Rahmen gilt, und du zahlst nicht für Extra-Sprays, die niemand erklärt hat. Das dritte Ziel betrifft Leute. Schulungen laufen intern, neue Gesichter bleiben Wochen neben erfahrenen Händen, bevor sie allein schneiden. Das vierte Ziel betrifft den Ort. Stallschreiberstraße 48 soll ein Laden bleiben, den Nachbarn kennen, kein Durchlauf mit Lautsprechermusik.
Diese vier Linien prüfen wir jedes Jahr, zuletzt im Frühjahr 2026. Nicht mit einer großen Klausur, sondern mit den Karteikarten und mit dem, was Gäste uns nach dem Termin sagen. Wenn zu viele Hunde zittrig rausgehen, ist das erste Ziel gerutscht. Wenn Rechnungen nachfragen erzeugen, ist das zweite Ziel unklar. Wenn jemand nach zwei Monaten schon wieder kündigt, haben wir das dritte Ziel verfehlt. Du musst das nicht auswendig lernen. Es reicht, wenn du merkst, dass der Salon sich nicht jede Saison neu erfindet, nur weil irgendwo andere Farben modern sind.
Ein Tisch, Pausen, kein Fließband. Das Tier bestimmt das Tempo, nicht die nächste Buchung.
Rahmen vor der Schere, Zuschläge mit Grund, keine versteckten Flaschen an der Kasse.
Leute, die bleiben und Hunde wiedererkennen. Einarbeitung dauert bei uns länger als eine Woche.
Nachbarschaft, kurze Wege, respektierte Ruhezeiten. Der Salon bleibt klein und ansprechbar.
Unten läuft die Zeit von oben nach unten, so wie wir sie selbst im Kopf haben. Keine Hochglanz-Meilensteine, sondern die Jahre, in denen sich im Laden etwas verschoben hat. 2001 der Einzug, 2017 der zweite Tisch, 2020 das Katzenzimmer, 2023 leisere Trocknung, 2026 das Team in voller Stärke. dazwischen liegen Winter mit Rohrbruch, Sommer mit Hitzewarnung und eine Pandemie, in der wir mit Abstand und Terminpflicht gearbeitet haben. Wer die Linie liest, versteht, warum wir nicht jedes Jahr ein neues Konzept ausrufen.
2001 haben wir Hunde genommen, die andere Salons als zu unruhig abgelehnt haben. Das hat uns langsam gemacht, aber es hat uns eine Art von Gästen gebracht, die bleiben. 2017 war das Jahr, in dem Elisa aufgehört hat, jeden Abend selbst zu föhnen. Der zweite Tisch hat das Team gezwungen, Abläufe aufzuschreiben. 2020 haben Katzenbesitzer uns klar gesagt, dass ein Wartebereich voller Hunde für sie nicht geht. Also kam die Tür hinten. 2023 haben Nachbarn zu Recht den alten Turboföhn erwähnt. Wir haben Geräte getauscht, statt zu diskutieren.
2026 ist kein Zieljahr mit Rakete. Es ist das Jahr, in dem sieben Leute zuverlässig Schichten füllen, in dem die GmbH-Papiere sitzen und in dem wir Termine digital so annehmen, dass nichts verloren geht. Die Linie wird weiter wachsen, aber nicht in die Breite einer Kette. Wer uns in fünf Jahren besucht, soll denselben Eingang finden, denselben Geruch nach warmem Fell und Shampoo, dieselben Fragen nach dem Sommer. Genau deshalb steht die Geschichte senkrecht: ein Strich, ein Jahr, ein Satz, den man behalten kann.
Elisa Marquardt eröffnet den ersten Tisch in der Stallschreiberstraße 48. Werkzeug aus zweiter Hand, Hunde aus dem Kiez, Abende, die länger dauern als geplant.
Der zweite Tisch kommt dazu. Erste feste Kollegin, erste Schichtpläne, erste ehrliche Absagen, wenn der Kalender voll ist.
Das hintere Zimmer wird für Katzen abgetrennt. Termine nur noch mit Anmeldung, Flächenreinigung zwischen jedem Gast, weniger Zufall an der Tür.
Neue Trockner, leiseres Arbeiten, Umbau der Wanne. Nachbarschaft und Tiere merken den Unterschied sofort.
Sieben Groomerinnen und Groomer, GmbH-Struktur, digitale Terminanfragen. Dieselbe Adresse, dieselben Hände, mehr Ordnung im Hintergrund.